WISSEN · Beraterwissen & Selbstständigkeit

Meine Erfahrungen zum Start in die Selbstständigkeit

Tipps und Hinweise, die ich heute von Anfang an beachten würde

Wer nebenberuflich mit dem Verkauf von Parfüm, Kosmetik und anderen Produkten startet, denkt am Anfang verständlicherweise zuerst an die Produkte, die ersten Kunden und vielleicht an den eigenen Duftkoffer.

Einige andere Dinge wirken zunächst eher nebensächlich: Gewerbeanmeldung, Buchhaltung, Geschäftskonto oder die eigene Geschäftsausstattung.

Aus meiner Erfahrung lohnt es sich aber, gerade diese Punkte von Anfang an ordentlich zu organisieren. Vieles davon ist nicht kompliziert – unangenehm wird es meistens erst dann, wenn man sich zu spät darum kümmert.

Auf dieser Seite habe ich deshalb meine persönlichen Erfahrungen und einige Tipps zusammengestellt, die dir den Start erleichtern können.

01

Gewerbe anmelden und steuerliche Fragen klären

Wenn du Produkte regelmäßig mit Gewinnerzielungsabsicht verkaufst und damit selbstständig gewerblich tätig wirst, solltest du dich rechtzeitig mit der Gewerbeanmeldung beschäftigen.

Ein Gewerbe muss grundsätzlich mit Aufnahme der gewerblichen Tätigkeit bei der zuständigen Gewerbebehörde angezeigt werden.

Dabei werden zwei Begriffe gern miteinander verwechselt:

Kleingewerbe und Kleinunternehmer sind nicht dasselbe.

Die Kleinunternehmerregelung betrifft die Umsatzsteuer. Ob diese Regelung für dich sinnvoll ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab.

Für viele, die zunächst mit einem überschaubaren Nebengewerbe starten, kann die Kleinunternehmerregelung eine interessante Möglichkeit sein, weil der umsatzsteuerliche Verwaltungsaufwand geringer sein kann.

Für bestehende Unternehmen gilt nach § 19 UStG grundsätzlich: Der Gesamtumsatz des vorangegangenen Kalenderjahres darf 25.000 Euro nicht überschritten haben und im laufenden Kalenderjahr 100.000 Euro nicht überschreiten. Bei einer Neugründung oder besonderen Konstellationen solltest du die für dich geltenden Voraussetzungen fachlich prüfen lassen.

Mein Tipp

Beschäftige dich mit diesem Thema bevor du richtig loslegst.

Gerade am Anfang ist es wesentlich einfacher, Gewerbe, steuerliche Erfassung und Buchhaltung sauber aufzusetzen, als Monate später Verkäufe, Rechnungen und Ausgaben nachträglich zusammensuchen zu müssen.

Wenn du neben deinem Hauptberuf startest, solltest du außerdem prüfen, welche Regelungen für eine Nebentätigkeit bei deinem Arbeitgeber gelten.

02

Buchhaltung – vom ersten Tag an

Das war für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse:

Fang mit deiner Buchhaltung direkt am ersten Tag an.

Am Anfang denkt man schnell: „Das sind doch nur ein paar Bestellungen und Rechnungen.“

Mit der Zeit werden daraus aber immer mehr Einkäufe, Verkäufe, Rechnungen, Belege, Versandkosten und andere Geschäftsausgaben.

Wenn du alles von Beginn an ordentlich erfasst, bleibt der Aufwand überschaubar.

Ich hatte zunächst auch nach möglichst einfachen beziehungsweise kostenlosen Lösungen gesucht. Schnell habe ich aber festgestellt, dass mir die Möglichkeiten auf Dauer nicht ausreichen.

Nach verschiedenen Tests bin ich bei Lexware Office – früher lexoffice – gelandet.

Für mich liegt der große Vorteil darin, dass viele Vorgänge deutlich einfacher werden. Eingangsrechnungen kannst du beispielsweise digital ablegen und erfassen. Rechnungen an Kunden lassen sich direkt erstellen und versenden. Auch die Verbindung mit einem Geschäftskonto kann die Zuordnung von Zahlungen erheblich vereinfachen.

Damit wird aus dem ungeliebten Thema Buchhaltung etwas, das sich im Alltag relativ unkompliziert mit erledigen lässt.

Was ich dir empfehlen würde

Richte deine Buchhaltung gleich zu Beginn sauber ein.

Lege Belege nicht erst irgendwo ab mit dem Gedanken: „Das mache ich später.“ Genau dieses „später“ sorgt irgendwann für unnötige Arbeit.

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Das Buchhaltungsprogramm, das sich bei mir im Alltag bewährt hat. Prüfe selbst, ob Funktionsumfang und aktuelle Konditionen zu dir passen.

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03

Privates und Geschäftliches trennen

Ein eigenes Geschäftskonto ist für ein kleines Nebengewerbe vielleicht nicht immer der erste Punkt, an den man denkt.

Ich halte die Trennung von privaten und geschäftlichen Zahlungen trotzdem für sehr sinnvoll.

Wenn sämtliche Kundenzahlungen, Bestellungen, Versandkosten und sonstigen geschäftlichen Ausgaben über dein normales Privatkonto laufen, wird es mit zunehmender Anzahl der Buchungen schnell unübersichtlich.

Ein separates Konto hat einen ganz einfachen Vorteil:

Du siehst auf einen Blick, was zu deinem Geschäft gehört.

Das erleichtert nicht nur die eigene Übersicht, sondern auch die Buchhaltung.

Eine Möglichkeit, die ich mir dafür angesehen beziehungsweise genutzt habe, ist ein Geschäftskonto von N26. N26 arbeitet vollständig digital und die Kontoverwaltung erfolgt weitgehend über App und Onlinezugang.

Welche Bank beziehungsweise welches Kontomodell für dich am besten geeignet ist, solltest du allerdings selbst anhand der jeweils aktuellen Konditionen entscheiden.

Mein Tipp

Achte bei einem Geschäftskonto nicht nur auf den Preis. Interessant sind für mich insbesondere eine einfache Kontoführung, gute mobile Nutzung, schnelle Übersicht über Zahlungen, Export- beziehungsweise Buchhaltungsmöglichkeiten, sinnvolle Unterteilung von Geld und transparente Gebühren.

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Eine digitale Konto-Lösung, die du mit anderen Geschäftskonten und deren jeweils aktuellen Konditionen vergleichen kannst.

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04

Geschäftsausstattung – klein anfangen, aber ordentlich

Du brauchst zum Start kein perfektes Büro und auch keine riesige technische Ausstattung.

Trotzdem solltest du dir Gedanken darüber machen, wie du gegenüber deinen Kunden auftreten möchtest.

Dazu können beispielsweise gehören: eine eigene Website, Social-Media-Auftritte, vernünftige Produktbilder, Informationsmaterial, Verpackungsmaterial und eine praktikable Lösung für den Versand.

Gerade beim Verkauf von Parfüm und Kosmetik spielt der persönliche Eindruck eine große Rolle.

Eine saubere Verpackung, eine ordentliche Rechnung und ein professioneller Auftritt schaffen Vertrauen.

Dabei muss nicht alles sofort perfekt sein.

Meine Erfahrung

Investiere zunächst dort, wo es dir tatsächlich Arbeit abnimmt oder deinen Kunden einen echten Mehrwert bietet.

Man kann gerade am Anfang sehr viel Geld für Dinge ausgeben, die später kaum genutzt werden.

Ich würde deshalb heute unterscheiden zwischen: Das brauche ich wirklich zum Start. und Das wäre vielleicht irgendwann schön zu haben.

Und noch etwas: Vergiss nicht, deine betrieblichen Ausgaben von Anfang an für deine Buchhaltung zu dokumentieren.

05

Zwei Dinge, die man sehr schnell gebrauchen kann

Aus meiner Erfahrung gibt es einige kleine Hilfsmittel, bei denen man am Anfang gar nicht unbedingt daran denkt, die später aber regelmäßig gebraucht werden.

Hier möchte ich deshalb nach und nach Produkte und Lösungen vorstellen, die ich selbst sinnvoll finde oder mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, möglichst viele Dinge zu kaufen.

Ich möchte hier nur Empfehlungen aufnehmen, bei denen ich der Meinung bin, dass sie im Alltag tatsächlich nützlich sein können.

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06

Was ich heute vor dem Start klären würde

Wenn ich noch einmal ganz am Anfang stehen würde, würde ich folgende Dinge klären, bevor die ersten Verkäufe richtig anlaufen:

  • Gewerbe: Ist meine Tätigkeit angemeldet und weiß ich, welche Angaben ich gegenüber dem Finanzamt machen muss?
  • Steuern: Kommt die Kleinunternehmerregelung für mich infrage oder ist eine andere Lösung sinnvoller?
  • Buchhaltung: Wie erfasse ich Rechnungen, Einnahmen und Ausgaben vom ersten Tag an?
  • Konto: Möchte ich geschäftliche und private Zahlungen konsequent voneinander trennen?
  • Belege: Wo speichere ich Rechnungen und Belege so, dass ich sie später wiederfinde?
  • Kunden: Wie stelle ich Rechnungen aus und wie dokumentiere ich meine Verkäufe?
  • Auftreten: Welche Website, Social-Media-Kanäle und Kommunikationsmöglichkeiten möchte ich wirklich nutzen?
  • Kosten: Welche Anschaffungen brauche ich tatsächlich und was kann warten?

PERSÖNLICHES FAZIT

Mein Fazit

Der Start in ein eigenes kleines Business muss nicht kompliziert sein.

Man muss auch nicht vom ersten Tag an alles perfekt machen.

Was sich aus meiner Erfahrung allerdings wirklich lohnt, ist eine saubere Grundlage.

Gewerbe und steuerliche Fragen klären, die Buchhaltung ordentlich einrichten, private und geschäftliche Vorgänge möglichst trennen und nur das anschaffen, was tatsächlich benötigt wird.

Wenn diese Grundlagen stehen, kannst du dich wesentlich stärker auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht:

Produkte kennenlernen, Kunden beraten und dir Schritt für Schritt dein eigenes Geschäft aufbauen.

Diese Seite werde ich immer wieder um Erfahrungen, Hinweise und Lösungen ergänzen, die sich bei mir im Alltag bewährt haben.

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